Nepenthes ampullaria II

Nektardrüsen

Die Tepalen-Oberseite von N. ampullaria ist reich bedeckt mit winzigen Nektardrüsen; dem Kannendeckel dagegen fehlen Nektardrüsen. Dies mag mit der Vermutung zusammenhängen, dass N. ampullaria nicht in erster Linie durch Insektenfang Nährstoffe erhält, sondern durch den organischen "Abfall", der in die offene Kanne fällt und anschliessend durch Mikroben zersetzt wird.
Der innere Rand des Peristoms hat allerdings Nektardrüsen, die neben den Zähnen des Peristoms münden und Insekten anlocken.
Gelegentlich treten (sogar an Brakteen) einzelne, grosse, runde Drüsen auf.

Tepalen-Oberseite mit reichlich winzigen Nektardrüsen


Extraflorale, grosse, runde Drüse (hier an einer Braktee)


Innenrand des Peristoms

1,2  Von unten gesehen    3  Drüse im Schnitt    4  Kragenrand vergrössert mit Drüsenöffnungen

Sternhaare

Haare bedecken besonders junge, wachsende Pflanzenteile. Anfangs ist der Haarpelz äusserst dicht, später lockert er sich auf und kahle Stellen erscheinen. Sternhaare und Büschelhaare (siehe auch Schmid-Hollinger 1971) bilden einen Belag, der sich sogar von Hand abwischen lässt. "Büschelhaare" sind ebenfalls Sternhaare mit einem sehr langen Hauptast. Dieser Hauptast ist eine Zelle des Sternhaares, das extrem lang wird im Vergleich zu den basalen Zellen.

Der Haarpelz lässt sich abwischen


Sternhaar-Formen


Sternhaare an den Fransen der Kannenflügel


Sternhaare mit langem Hauptast ("Büschelhaare")

1,2  Einzelne Sternhaare mit einer verlängerten Zelle

3,4  "Büschelhaare" auf der Tepalen-Unterseite (abaxial)

Männliche Blüten und Blütenstände

Die Blütenstände von N. ampullaria sind grundsätzlich nicht anders gebaut als diejenigen von N. madagascariensis, N. masoalensis und N. pervillei: Es sind reichblütige Thyrsoide (sieh bio-schmidhol/ Nepenthes pervillei: Blütenstände).
Die cymösen Teilblütenstände können eventuell als Wickel gedeutet werden. Interessant ist wie bei den westlichen Nepenthes-Arten, dass die Jungstadien etwas eingerollt sind, und normalerweise 2 Blütenstiele recht nah beieinander stehen (Diskussion dazu bei bio-schmidhol: Nepenthes pervillei).
N. ampullaria ist insofern bereits abgeleitet, als die Achsen der Teilblütenstände nicht von unten nach oben immer kürzer werden, sondern mehr oder weniger lange gleich bleiben (walzlich).
Aber auch ursprüngliche Merkmale treten auf: Oft leicht verschobene Brakteen und selten frondose Brakteen.

Männliche Blütenstände

1,3 Präfloral


1  Cymöse Teilblütenstände, leicht eingerollt    2  Voll entwickelter Teilblütenstand

3  Stellung der Blütenstiele (Blüten entfernt); oft sind 2 Blütenstiele sehr nah beisammen

In den wickelartigen Blütenanlagen liegen oft 2 Anlagen sehr nah beieinander. Führt dies etwa zur Verschmelzung zweier Anlagen? Jedenfalls sind Doppelblüten bei Nepenthes gar nicht so selten!
Die Theken der Antherenköpfe von N. ampullaria verlaufen meist nicht gerade und sind etwas ineinander geschachtelt.

1  Doppelblüte    2,3  Antherenköpfe

Fruchtstände

Die reifen Kapseln stehen dicht gedrängt. Die Teilfruchtstände enthalten oft nur 2 Kapseln; offenbar wurde die dritte Blüte nicht befruchtet. Bei vielen Nepenthesarten sind weibliche Blüten unbefruchtet geblieben (Mangel an Bestäubern?).

Reife Kapseln und nicht befruchtete Blüten

Kapseln und Samen

Die Kapseln sind schlank-spindelförmig gebaut und haben einen verlängerten Hals. Die Samen mit ihren sehr langen, fadenförmigen Enden sind in der Mitte stark runzelig gebaut. Zusätzlich fallen runde bis spitze, trichomartige Gebilde auf der Samenoberfläche auf! Vernetzen etwa diese Gebilde die Samen zu einer mehrsamigen Verbreitungseinheit, deren Keimungswahrscheinlichkeit an einem beliebigen Landungsort erhöht würde?

1  Der lange Hals der Kapseln    2  Die spreizenden Klappen der Kapsel


1  Lang geschwänzte Samen    2  Runzeliger Mittelteil der Samen    3,4  Trichomartige Epidermisgebilde der Samen


Schmarotzer

Nepenthes ist -trotz reichlich Spiralfasern- nicht gefeit von saugenden Schmarotzern.

Schmierläuse (Schildläuse) an Nepenthes


 
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