Nepenthes lowii II

Trichomhydathoden

Die auf allen Pflanzenteilen präsenten Trichomhydathoden haben einen regelmässigen, runden Schild mit meist 16 Zellen, aber auch solche mit nur 8 Zellen treten auf. Diese Schildhaare sind nicht nur regelmässig gebaut, sondern auch grösser als die umgebenden Epidermis- und Spaltöffnungszellen (siehe bio-schmidhol: Nepenthes northiana und N. raja). Auf ganz jungen Blattanlagen lassen sie sich sehr gut feststellen. Auf Blattanlagen stehen sie von der Epidermis ab; auf alten Pflanzenteilen finden sich vor allem eingesenkte Schildhaare, deren Schild sich kaum von der Epidermis abhebt.
Der mehrzellige Stiel (Fuss) der Hydathoden ist trichterförmig gebaut, d.h. die Fusszellen werden Richtung Schild immer breiter.

Hydathoden als Punkte auf Blattflächen; von der Blattfläche abgeschabte Hydathoden (rechts aussen)


Schilder von Hydathoden (meist um 16 Zellen, selten nur 8 Zellen)


Hydathoden sehen (von der Seite gesehen) pilzartig aus; einzelne stehen über der Epidermis, andere sind fast eingesenkt


Hydathoden auf einer eingerollten Blatthälftenanlage von N. lowii

Haare als Schutz von jüngsten Pflanzenteilen

Jüngste Blattanlagen und Fruchtknoten von Blüten werden von einem richtigen "Rasen" bedeckt. Dieser verliert sich aber schon auf Anlagen stellenweise. Auffallend ist dieser "Rasen" dadurch, dass er aus 2 verschiedenen Sternhaaren besteht: Solche, die sehr stark verzweigt sind und niedrig bleiben und andere, die eine Endzelle des Sternhaares extrem fördern und damit auffallen.
Oft sind die Zellen des Sternhaares breiter als üblich (siehe N. bicalcarata bei Schmid-Hollinger 1971).

Abgeschabte Sternhaare mit 2 Formen: Kurze, rasige Formen und solche mit langzelligen, auffälligen Formen


1 Gemischte Sternhaare einer Blattanlage    2 Haare eines Fruchtknotens (die langzelligen Haare stechen hervor)

3,4  "Rasige" Haare einer Blattanlage


Die einzelnen Haarformen von N. lowii

Blütenstand

Die Blütenstandsachse ist an der Basis ausserordentlich dick ( bis 1 cm Durchmesser). Der walzliche Gesamtblütenstand besteht aus zweiblütigen Cymen (thyrsoider Blütenstand). Weder Brakteen noch Brakteolen sind vorhanden.

1  Walzlicher Gesamtblütenstand    2  Ausschnitt aus dem Blütenstand mit zweiblütigen Cymen   

3  Knospen eines Teilblütenstandes (Cyme)

Weibliche Blüten

Die Tepalen haben grosse, runde bis ovale Nektardrüsen.
Die grossen, flachen Narben weisen eine körnige Oberfläche auf.
Die Plazentation ist nicht axil, sondern parietal-laminal (laminar-diffuse placentation).

1-3  Nektardrüsen gross, rund bis oval    4  Insekten verköstigen sich


Körnige Narben


Parietale Plazentation (eine zentrale Säule fehlt)


Laminar-diffuse Plazentation (parietal-laminal)

Zwei gewichtige Merkmale haben Nepenthes lowii, N. northiana und N. raja gemeinsam:

- Blütenstand mit kräftiger Achse und Zweierblüten (zweiblütige Cymen)

- Trichomhydathoden mit rundem, vielzelligem Schild

Nepenthes lowii hat allerdings Sternhaare in diverser Ausbildung. N. raja und N. northiana dagegen bilden Einfachhaare.

 
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