Zur Morphologie und Anatomie des Blattes von Helictotrichon pubescens (Hudson) Pilger

Der eurasiatisch verbreitete Flaumhafer bevorzugt eher trockene Böden. Wohl liebt er nährstoffreiche Böden, meidet aber stark gedüngte Wiesen. Stark zurückgedrängt wird er ebenfalls durch Beweidung.
Wir finden den Flaumhafer deshalb vorwiegend an Strassenrändern, Wegborden und in nicht beeinflussten Trockenwiesen.
Helictotrichon pubescens wird heute unter verschiedensten Gattungen aufgeführt (Avena, Helictotrichon, Avenula, Homalotrichon...). Auf diese Meinungsverschiedenheiten wird hier nicht eingegangen.

Blattspreite


Blattoberseite mit Doppelrille ("Skispur-Rille")


Blattunterseite gekielt


1,2  Blattspitze kapuzenförmig    3  Das junge Blatt ist gefaltet (plikat)

Ligula (Blatthäutchen)


Die Ligula der Halmblätter ist meist eiförmig-lanzettlich zugespitzt (links oben), oft aber gestutzt (abgebissen ?, rechts oben), kragenförmig (links unten) oder fast völlig reduziert bei Erneuerungssprossen (rechts unten)

Blattscheide


Die Blattscheiden sind gewöhnlich stark behaart

Blatt-Querschnitte

Im Querschnitt ist die "Skispur-Rille" gut zu verstehen. Beidseitig der Mittelrippe liegen -etwas vertieft- grosse bulliforme Zellen. Die bulliformen, ovalen bis birnenförmigen Zellen sind deutlich grösser als die Epidermiszellen.
Der Kiel des Blattes wird markiert durch eine relativ kleine Verstärkung durch Sklerenchymzellen (siehe Pfeil).
Die grossen Leitbündel des Blattes sind durch breite Sklerenchymbündel abaxial und adaxial gestützt.
2 Ringe umgeben die Gefässe: Grosse, runde Parenchymzellen bilden den äusseren Ring; girlandenartige, verstärkte Zellen bilden den inneren Ring (Mestomscheide).
Im Holzteil (Xylem) fallen die runden Metaxylem-Gefässe auf.

Doppelrille (siehe Pfeile) und Kiel mit wenig Festigungsgewebe (Pfeil rechts)


Bulliforme Zellen (BZ) sind grösser als Epidermiszellen (EZ)


SK  Sklerenchym   P  Phloem    MX  Metaxylemgefäss    PS  Parenchymscheide    MS  Mestomscheide  

Makro- und Mikrohaare


Sichtbare Haare auf den Blattrippen auf der Oberseite allein, auf der Unterseite allein (Bild rechts aussen) oder Haare auf Ober- und Unterseite


Stachelhaare am Blattrand (oben) zwischen Makrohaaren    Winzige Stachelhaare (prickles) auf randnahen Rippen (unten)

Kieselzellen (silica bodies) und Kurzzellen

Die vorherrschende Form der Kieselzellen (silica bodies) ist länglich-rechteckig, abgerundet an den Enden und leicht wellig an den Flanken. Daneben gibt es kürzere, eiförmig-elliptische Formen in Kombination mit Kurzzellen.
Nach den hier vorliegenden (leider wenigen) Untersuchungen zu schliessen, herrschen auf den Rippen der Blattunterseite längliche, regelmässig verteilte, nicht aneinander stossende Kieselzellen vor (S1-Zellen nach Prat).
Auf den Rippen der Blattoberseite gibt es neben länglichen, einzelnen Kieselzellen viele Kombinationen: Kurzzelle-Kieselzelle/ Kieselzelle-Kurzzelle-Kieselzelle/ Kieselzelle-Stachelhaar.

Längliche, rechteckig bis ovale, regelmässig verteilte Kieselzellen (S1 nach Prat 1932) herrschen vor


Links (400x): Eine Dreierkombination Kieselzelle-Kurzzelle (wahrscheinlich Korkzelle)-Kieselzelle

Mitte (1000x): Paare aus halbmondförmiger Kurzzelle (wahrscheinlich Korkzelle) und kurzer, ovaler bis quadratischer Kieselzelle (hineinpassend in die Vertiefung der Kurzzelle)

Rechts (1000): Dreierkombination Kieselzelle-Kurzzelle-Kieselzelle


Links (1000x): Kombination Kieselzelle (KI) mit Stachelhaar (SH, Po nach Prat 1932)

Rechts (1000x): Kombination Kieselzelle (KI) mit Stachelhaar (SH) und Dreierkombination Kieselzelle-Kurzzelle (wahrscheinlich Korkzelle)-Kieselzelle

 
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