Bromopsis pumpelliana (Scribn.) Holub

 
 
Bromopsis pumpelliana
Bromopsis pumpelliana (Exemplar von Entfelden)
 
 

Bromopsis inermis (Leyss.) Holub ist eine eurasiatische Pflanze.
Bromopsis pumpelliana (Scribn.) Holub ist ein nordamerikanisch-asiatisches Gras, das aber auch noch den nordöstlichen Teil des europäischen Russland erreicht.
Beide Taxa sind nah verwandt und vermehren sich durch Rhizome. Beide bestehen aus tetraploiden (2n=28) und octoploiden (2n=56) Formenkreisen. Wo die Arten aufeinander treffen, kommt es zu Hybridisierung und Genintrogressionen.

Bromopsis inermis

Normalerweise ist dieses Gras charakterisiert durch weitgehende Kahlheit von Blattspreiten und Spelzen. Untersuchungen (Aargau/Wallis) haben aber ergeben, dass Klone mit zuunterst dichthaarigen Blattscheiden, ja sogar Exemplare mit Haaren ober- und unterhalb der Knoten, gar nicht so selten sind! Sogar Rhachilla und Deckspelzen können rau oder von winzigen Härchen bedeckt sein!
 
 
 

Bromopsis pumpelliana

Exemplare, die dieser Art zugeordnet werden können, wachsen in Entfelden und in Schwaderloch am Rhein (beide im Kanton Aargau).
Die entscheidenden Merkmale:
Rhachilla dicht behaart (Haare bis 0,5 mm). Deckspelzen auf den Nerven und im unteren Teil auch zwischen den Nerven behaart; Haare 0,2-0,4(0,5) mm.
Die sterilen Triebe haben nie steif-aufrechte, sondern bogig-überhängende Blätter.
Im Unterschied zu den amerikanischen Exemplaren sind die Blätter aber kaum behaart. So ist zu verstehen, dass diese Sippen auch nur als Unterart, Br. inermis ssp. pumpelliana, eingestuft werden.
 


Deckspelzen: Bromopsis pumpelliana und affinis pumpelliana
Deckspelzenbehaarung von Bromopsis pumpelliana (links) und Br. affinis pumpelliana (rechts)

Uebergänge?

Im Wallis (z.B. Berisal, Simplon) finden wir Populationen, die nicht selten Deckspelzen mit winzigen Haaren aufweisen (o,1-o,2 mm), manchmal sogar über die ganze Deckspelze verteilt (allerdings mit nach oben stark abnehmender Länge). Die Blätter der sterilen Triebe sind aber meist steif-aufrecht wie bei typischer Br. inermis.

Wie entstanden diese Formen?
Durch Hybridisierung? Oder sind es neue, durch veränderte Selektionsbedingungen herausgebildete Formen von Br. inermis?

Wie sollen diese Sippen bezeichnet werden?
Als Br. affinis pumpelliana oder eben als Br. inermis affinis ssp. pumpelliana?

Auf alle Fälle sollten typische Br. pumpelliana-Exemplare und ihre Fundstellen in Zukunft kartiert werden.
Bromopsis pumpelliana-Kolonie, Schwaderloch (AG), Rheinufer
Bromopsis pumpelliana-Kolonie, Schwaderloch (AG), Rheinufer
Bromopsis pumpelliana, Blütenstand
Bromopsis pumpelliana, Blütenstand
Blätter von Bromopsis pumpelliana
Blätter von Bromopsis pumpelliana
Bromopsis pumpelliana, sterile Triebe
Bromopsis pumpelliana, sterile Triebe; Blätter meist schlaff überhängend, höchstens jüngste Blätter aufrecht (bei Br. inermis Blätter meist steif aufrecht und fächerförmig)
Br. pumpelliana: Behaarung, DSR = Deckspelzenrücken
Br. pumpelliana: Behaarung, DSR = Deckspelzenrücken
Basaler Teil der Deckspelze unterschiedlich behaart
Basaler Teil der Deckspelze (Lemma) unterschiedlich behaart
Haare klein, 0,2 - 0,4 (-0,5) mm
Haare klein, 0,2 - 0,4 (-0,5) mm
 
Copyright | Sitemap | Seite weiterempfehlen | Impressum