Farne

Baumfarn (Fam. Cyatheaceae)
Baumfarn (Fam. Cyatheaceae); Brinchang, Malaysia
Farne fallen in unseren Landschaften nicht besonders auf. Sie besiedeln vor allem feuchtere Wälder (insbesondere Schluchtwälder), haben aber auch Nischen in sonst trockenen Felsgebieten erobert. Ganz anders in den Tropen! Farne sind dort ein auffälliges Element und bilden oft fast undurchdringliche Dickichte. Besonders auffällig sind die dekorativen Baumfarne, die z.B. in den Bergen West-Malaysias in grosser Zahl vorkommen. Baumfarne sind sehr alt; schon im Karbon (vor 300 Mill. Jahren) bildeten sie zusammen mit baumartigen Bärlapp- und Schachtelhalmgewächsen Sumpfwälder.
Nestfarn (Asplenium nidus); Singapore
Nestfarn (Asplenium nidus) als Epiphyt (=Aufsitzerpflanze); Singapore
  
Die hohe Luftfeuchtigkeit tropischer Wälder erlaubt vielen Pflanzen, sich in luftiger Höhe auf Bäumen anzusiedeln.
Solche Aufsitzer (=Epiphyten) sind nicht etwa Schmarotzer, sie benutzen den Wirtsbaum lediglich als Wohnstätte.
Unter den Farnen gibt es viele Epiphyten, darunter einige sehr auffällige wie der Nestfarn (Asplenium nidus).
Junges, eingerolltes Farnblatt
Junges, eingerolltes Farnblatt
Verzweigung von Gleichenia
Verzweigung eines Gleichenia-Farns; Kubah-Nationalpark, Sarawak
Jungblatt von Blechnum brasiliense
Rot gefärbtes Jungblatt von Blechnum brasiliense; Bot. Garten Dresden
Junge Farnblätter (Farnblätter nennt man auch Wedel) sind an der Spitze eingerollt.
Einrollen und nachheriges Strecken beruhen auf Wachstumsbewegungen (ungleich rasches Wachstum von Blattober- und Blattunterseite).
Oft sind junge Wedel rot gefärbt.
Wenn Farne sich regelmässig verzweigen, entstehen sehr schöne Muster (z.B. bei Gleichenia). In der Gabelungsvertiefung der Gabelstelle stehen schlafende Knospen, die bei Bedarf austreiben können.

Generationswechsel/Fortpflanzung

Farne haben einen Generationswechsel, d.h. sie treten in zwei verschiedenen Gestalten auf:
Auf die uns allen sichtbare Gestalt -eben die "Farnpflanze"- folgt ein winziger, selbständiger Vorkeim (=Prothallium). Am Vorkeim werden Geschlechtszellen gebildet, die -nach der Befruchtung- die uns geläufige
Farnpflanze aufbauen. Die Farnpflanze selbst vermehrt sich ungeschlechtlich durch Sporen oder rein vegetativ. Sporen werden meist auf der Blattunterseite in Sporenbehältern (Sporangien) gebildet. Oft stehen mehrere Sporenbehälter zusammen und bilden ein "Häufchen" (=Sorus). Diese Häufchen werden bei vielen Arten überdeckt durch ein Schutzhäutchen, Schleier genannt.
Asplenium nidus; Sporenhäufchen linear angeordnet
Nestfarn (Asplenium nidus); Sporenhäufchen (=dunkle, parallele Linien) linear angeordnet
Adiantum spec; Sporenhäufchen durch Blattrand geschützt
Adiantum spec; Sporenhäufchen zusätzlich durch Blattrand geschützt
Sporenhäufchen (Sori) des Wurmfarns
Wurmfarn (Dryopteris filix-mas); Sporenhäufchen von nierenförmigem Schleier bedeckt
Waldfarn und Wurmfarn (Athyrium und Dryopteris
Waldfarn (Athyrium filix-femina, linker Farn) und Wurmfarn (Dryopteris filix-mas); Sori des Waldfarns länglich
Bei einigen Farnen gibt es eine Arbeitsteilung innerhalb der Wedel in solche, die die Sporen bilden und in solche, die Photosynthese betreiben. Sporenbildende Blätter sind stark reduziert, nicht grün und stehen aufrecht.
Es können aber auch nur Teile eines Blattes zum Sporenbildner umgewandelt werden wie beim Königsfarn.
Osmunda regalis (Königsfarn) mit sporentragenden Teilblättern
Osmunda regalis (Königsfarn) mit sporentragenden, geknäuelten, braunen Teilblättern
 
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