Digitaria ciliaris

Digitaria ciliaris (Retz.) Koeler, "Tropisches Fingergras", breitet sich seit einigen Jahren auf sandigen Maisäckern im aargauischen Aare-Rhein-Gebiet stark aus. Dieses Fingergras (auch Hirse genannt) kann sich lokal flächendeckend entwickeln und Höhen bis zu 1,5 m erreichen!
Wie bei Digitaria sanguinalis (L.) Scopoli (Bluthirse, Blut-Fingergras) gehen von einer bis wenige cm langen Hauptachse fingerförmig gestellte Traubenachsen ab.
Digitaria ciliaris
Digitaria ciliaris mit fingerförmig gestellten Trauben
Digitaria ciliaris an Maisfeldrand
Digitaria ciliaris an Maisfeldrand; aargauisches Rheintal

Merkmale

Bei der Unterscheidung Digitaria ciliaris-sanguinalis ist auf folgende Punkte zu achten:

Behaarung der Blattspreiten?
Wie lange ist die obere Hüllspelze?
Haben die Seitennerven der unteren Deckspelze Zähnchen?
Untere Deckspelzen von Digitaria ciliaris
Untere Deckspelzen von Digitaria ciliaris; Zähnchen bei Seitennerven nur im obersten Drittel
Untere Deckspelzen haben auf ihren Seitennerven häufig Zähnchen im oberen Drittel bei Digitaria ciliaris. Der Abstand vom Deckspelzenmittelnerv zu den benachbarten Nerven ist grösser als der Abstand zwischen den übrigen (genäherten) Seitennerven.
Untere Deckspelzen bei Digitaria sanguinalis
Untere Deckspelzen bei Digitaria sanguinalis
Die feinen Zähnchen der Seitennerven beginnen bei den Deckspelzen der Digitaria sanguinalis meist bereits in der Mitte der Deckspelze. Die Seitennerven sind regelmässiger verteilt, d.h. dass die ersten Seitennerven nicht viel weiter entfernt sind vom Deckspelzenmittelnerv als von den aussen gelegenen Nerven.
Blatt von Digitaria ciliaris
Blatt von Digitaria ciliaris; Blattspreite meist kahl
Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Arten liegt in der Behaarung der Blattspreiten. Digitaria ciliaris hat selten behaarte Blattspreiten; meist beschränkt sich die Behaarung auf den Blattspreitenansatz.
Ein weiteres Merkmal betrifft die obere Hüllspelze, die bei beiden Arten ungleich lang ist. Digitaria ciliaris hat eine obere Hüllspelze, die länger als das halbe Aehrchen ist.

Schlüssel

-Untere Deckspelzen höchstens im oberen Drittel mit Zähnchen; obere Hüllspelzen länger als die halbe Länge des Aehrchens; Blattspreiten meist kahl...
Digitaria ciliaris
-Untere Deckspelzen ab der Mitte mit Zähnchen; obere Hüllspelze höchstens halb so lang wie das Aehrchen; Blattspreiten normalerweise behaart...
Digitaria sanguinalis
Digitaria ciliaris mit aufsteigendem Halm (Wurzeln und Seitentriebe)
Digitaria ciliaris mit knickig-bogigem Halm, Sekundärwurzeln und Seitentrieben

Kann sich Digitaria ciliaris halten?

Digitaria ciliaris in einem stickstoffreichen Saum
Digitaria ciliaris in einer nitrophilen Gesellschaft mit Brennesseln; Schwaderloch, Rhein
Die tropisch-subtropische Digitaria ciliaris gehört zu einem weltweit verbreiteten Artenkomplex, der bis jetzt nicht genügend erforscht ist. Sie beschränkt sich bei uns längst nicht mehr auf sandige Aecker mit Mais, wo sie mit Herbiziden bekämpft werden kann. Sie hat sich auch bereits in andere Gesellschaften eingenistet (nitrophile Säume z.B.); sie muss also als eingebürgert gelten und wird kaum mehr zu vertreiben sein.
Digitaria ciliaris darf nicht verwechselt werden mit einer Unterart von Digitaria sanguinalis, D. sanguinalis subsp. pectiniformis, die sich ebenfalls weiter ausbreitet.
 
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