Steineiche (Quercus ilex)

Die Steineiche (Quercus ilex L.) ist ein immergrüner Baum, der fast im gesamten Mittelmeerraum zu finden ist. Er trägt viele Namen in den Landessprachen und in lokalen Bezeichnungen: chêne vert, yeuse, leccio, encina, evergreen oak...
Seine Bedeutung kommt auch darin zum Ausdruck, dass im Mittelmeergebiet Steineichenwälder als Klasse (Klasse Quercetea ilicis) betrachtet werden, d.h. sie bestehen aus sehr vielen verwandten Gesellschaften, in denen die Steineiche charakteristisch ist.
Zweig der Steineiche (Quercus ilex); Alpes Maritimes
Zweig der Steineiche (Quercus ilex); Alpes Maritimes

Steineichenwälder

Ausgedehnte Steineichenwälder gelten im Mittelmeergebiet als Seltenheit, da die intensive Nutzung durch Jahrtausende (Brennholz, Holzkohle, Schiffsbau...) zu Niederwäldern (Stockausschläge) oder zur völligen Vernichtung der Wälder geführt hat.
Trockenste und frostärmste Lagen im Mittelmeergebiet werden allerdings nicht von Steineichenwäldern, sondern von Vertretern der Oelbaum-Johannisbrot-Gesellschaften besetzt.

Blätter

Derbe, immergrüne Blätter (Oberseite) der Steineiche
Derbe, immergrüne Blätter (Oberseite) der Steineiche
Die Blätter sind derb, lederig und im ausgewachsenen Zustand oberseits dunkelgrün, unterseits bleiben sie meist grau-bis weissfilzig. Sie werden 2 und mehr Jahre alt.
Die Blattform ist ausserordentlich variabel von länglich-lanzettlich bis beinahe rundlich; ebenso variabel ist der Blattrand, von ganzrandig bis zu gezähnt.
Graufilzig bleibende Blattunterseite
Graufilzig bleibende Blattunterseite

Frucht, Eichel

Becher mit Schuppen und Eichel
Becher mit Schuppen und Eichel
Die Eicheln sitzen in einer becherförmigen Hülle (Cupula), deren dünne, behaarte Schuppen dem Becher anliegen.

Variabilität

Blätter der Steineiche mit wenig Seitennerven; Alpes Maritimes
Blätter der Steineiche mit wenig Seitennerven; Alpes Maritimes
Alle Merkmale der Steineiche (Blattform, Blattrand, Nebenblätter, Behaarung) sind äusserst variabel. Es verwundert daher nicht, dass in der Vergangenheit dutzende von Varietäten beschrieben wurden.
In Spanien wird eine Sippe abgetrennt, die wenig Blattnerven, rundliche Blätter und "süsse" Eicheln hat (Quercus rotundifolia Lamarck oder Quercus ilex subsp. ballota (Desf.) Samp.).
Unser Exemplar (siehe Photo) müsste aufgrund der wenigen Blattnerven dazugehören. Dagegen spricht aber die Variabilität der Blattformen am ganzen Baum.
Während einzelne Autoren Q. ilex subsp. ballota als südwestmediterran betrachten, stufen andere diese Unterart (oder Art) als nordwestafrikanisch-iberischen Endemiten ein.
 
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