Käfer (Coleoptera)

Die Käfer bilden eine sehr grosse und zugleich äusserst erfolgreiche Gruppe unter den Insekten. Ihre Zahl mag gegen 400000 Arten umfassen.
Käfer sind recht einheitlich gebaut und haben eine vollständige Verwandlung (Holometabolie).

Kopf, Mundwerkzeuge

Kopf eines Laufkäfers (Carabus spec.) von oben; An = Fühler (Antennen), KA = Komplexaugen, Man = Mandibeln (Oberkiefer), KT = Unterkiefertaster, LT = Unterlippentaster
Kopf eines Laufkäfers (Carabus spec.) von oben; An = Antennen (Fühler), KA = Komplexaugen, Man = Mandibeln (Oberkiefer), KT = Unterkiefertaster, LT = Unterlippentaster
Alle Käfer haben kauend-beissende Mundwerkzeuge, selbst diejenigen, deren Kopf rüsselartig verlängert ist. Von oben nach unten folgen sich: Oberlippe, Oberkiefer, Unterkiefer, Unterlippe. Kräftig zangenartig gebaut sind die horizontal beweglichen Oberkiefer (Mandibeln). Von Unterkiefer und Unterlippe sieht man meist nur ihre etwas seitlich stehenden Taster.
Kopf eines Laufkäfers (Carabus spec.) von unten
Kopf eines Laufkäfers (Carabus spec.) von unten
Hirschkäfer mit Antennen (An) und geweihartigen Mandibeln (Man)
Hirschkäfer mit Antennen (An) und geweihartigen Mandibeln (Man)
Selten sind die Oberkiefer (Mandibeln) so stark vergrössert wie bei männlichen Hirschkäfern (Lucanus spec.). Sie dienen hier nicht zum Zupacken, sondern zum Imponieren und zu Revierkämpfen.
Die Fühler (Antennen) sind bei einigen Käfergruppen vorn fächerförmig erweitert. Da Antennen Tast- und Geruchsorgane sind, stellen diese Auffächerungen Oberflächenvergrösserungen zur besseren Registrierung von Geruchsmolekülen dar.

Fussglieder (Tarsen)

Laufkäfer: 5 Tarsalglieder, letztes Glied mit 2 Krallen
Laufkäfer: 5 Tarsalglieder, letztes Glied mit 2 Krallen
Im Grundbauplan hat der mehrgliedrige Fuss 5 Teile (Tarsen); oft ist diese Zahl reduziert und für die Bestimmung des Käfers von Bedeutung.

Halsschild, Flügel

Laufkäfer: Halsschild und Teil des Vorderflügels
Laufkäfer: Halsschild und Teil des Vorderflügels
Die Form des Halsschildes (Pronotum) ist oft ein gutes Bestimmungsmerkmal (gerundet, eckig...).
Die Vorderflügel (Deckflügel oder Elytren) sind Schutzorgane und Stabilisatoren beim Flug. Gelegentlich sind sie randlich verwachsen, reduziert oder fehlen ganz. Ihre Oberfläche ist ebenfalls typisch für viele Arten: Kahl oder behaart? Glatt oder gefurcht, gerippt, gerunzelt?
Deckflügel: Runzelig und gepunktet
Deckflügel: Runzelig und gepunktet
Oxythyrea spec.: Der Halsschild sitzt dicht an der Flügelbasis. Streifen mit weissen Flecken auf Pronotum und Deckflügeln
Oxythyrea spec.: Der Halsschild sitzt dicht an der Flügelbasis. Streifen mit weissen Flecken auf Pronotum und Deckflügeln

Mylabris quadripunctata

Mylabris quadripunctata; Var
Mylabris quadripunctata; Var
Dieser Oelkäfer ist sehr stark behaart und deshalb als Pollensammler gut geeignet. Der Kopf ist deutlich abgesetzt. Die schnurförmigen Antennen haben kurze Fühlerglieder, die Richtung Spitze deutlich vergrössert sind. Die Flügeldecken (Vorderflügel) sind breiter als der Halsschild, und die Beine sind dünn und lang.

Agapanthia spec.

Agapanthia spec.; Var
Agapanthia spec.; Var
Dieser Bockkäfer hat sehr lange Antennen (12gliedrig), die zudem durch ihre Zweifarbigkeit auffallen.
Der Fuss dagegen ist reduziert und anscheinend 4gliedrig (ein Glied ist beinahe verborgen).
Die Flügeldecken sind kurz behaart. Auffällig sind ein Mittelband und 2 Seitenbänder auf dem Halsschild.
 
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