"Lorbeeren holen...", Laurus nobilis

Woher stammt der Lorbeer?

Nach der griechischen Sage ist Laurus nobilis L. die Nymphe Daphne, verwandelt in den Lorbeer durch ihre Mutter Gaia. Um nämlich ihre Tochter Daphne von den Nachstellungen durch Apollo zu schützen, verwandelte sie Daphne in den Lorbeer. Danach war der Lorbeer für Apollo heilig. Apollo zog -nach der Tötung des Drachens Python- in Delphi mit einem Lorbeerkranz geschmückt ein.
Die schwarzen Beeren des Lorbeers
Die schwarzen Beeren des Lorbeers
Das "baccalauréat" bestehen, ist für junge Menschen ein erstrebenswertes Ziel. Bacca laurea = baie de laurier (Lorbeer). Nach Etymologen geht der Begriff aber zurück auf "baccalarius" (=Besitzer eines Bauerngutes) und mutierte später zu "bachelier" (=angehender Ritter).

Blüten

Laurus nobilis ist zweihäusig. Die grünlich-gelben Blüten stehen in den Achseln von Blättern. Die Blüten sind einfach gebaut; die Staubblätter öffnen sich mit Klappen, und die weiblichen Blüten besitzen noch unfruchtbare Staubblätter (Staminodien).
Blütenknospen von Laurus
Blütenknospen von Laurus

Blätter

Die elliptischen Blätter sind immergrün und gelegentlich am Rand wellig. Sie enthalten ein ätherisches Oel, das in Form von runden Behältern gespeichert ist. "Folia lauri nobilis" enthalten z.B. Cineol(und viele weitere Inhaltsstoffe) und wirken antiseptisch. Die Blätter sind ein beliebtes Küchengewürz.
Sekundäradern enden gabelig
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Sekundäradern enden gabelig ("dichotom")
Zweige von Laurus nobilis (Ln, kahl) und Laurus canariensis (Lc, behaart)
Zweige von Laurus nobilis (Ln, kahl) und Laurus canariensis (Lc, behaart)
Die Zweige und die Blätter von Laurus nobilis sind kahl. L. nobilis ist aromatischer als L. canariensis, dessen Zweige deutlich behaart sind.
Hier wird der Kanaren-Lorbeer als L. canariensis bezeichnet in Abgrenzung zu Laurus azorica. Leider ist der Wirrwar recht gross, denn L. azorica wird etwa zu L. canariensis gerechnet und letztere Art wird gar als ("illegitimate name") ungültig bezeichnet. Dafür wird neu L. novocanariensis gebraucht.
L. canariensis: Mittelrippe behaart; Nervenwinkel mit Domatien (schalenförmige Vertiefungen)
L. canariensis: Mittelrippe behaart; Nervenwinkel mit Domatien (schalenförmige Vertiefungen)
Domatien enthalten Milben etc. (oft aber auch Ameisen). Beim Kanaren-Lorbeer sind die Domatien regelmässig in den Nervenwinkeln der Unterseite ausgebildet.

Weitere Lorbeergewächse

Laurus nobilis ist eine typisch-mediterrane Art, die wenig über 10 m hoch wird. Sie ist in Mitteleuropa sehr frostgefährdet.
Andere Lauraceen gedeihen auf den Kanaren (Makaronesien), so Persea indica:Blattbau und Frucht erinnern stark an Laurus.
Persea indica (Kanarische Avocado)
Persea indica (Kanarische Avocado)
Persea indica (der Name ist irreführend) ist ein Endemit Makaronesiens (Kanaren, Madeira, Azoren).
Lorbeerwälder sind (sofern sie überhaupt noch existieren) typisch für die feuchten Gebiete in Makaronesien (z.B. in Ost-Teneriffa). Die Lorbeerwälder gehören der Stufe "in den Wolken" an (Laurion azoricae).
Die genannten Bedingungen sind im meist trockenen Mittelmeergebiet selten mehr vorhanden. Laurus nobilis wächst dort aber noch in Eichengesellschaften (Klasse Quercetalia ilicis).
Ganz anders war das im Tertiär in Mitteleuropa und im Mittelmeergebiet: Lorbeerwald-Arten dominierten.
Laurus-Fossil aus dem Miozän (24-5 Millionen J.) von Oehningen
Laurus-Fossil aus dem Miozän (24-5 Millionen J.) von Oehningen

Erobern die Lauraceen Terrain zurück?

In Europa beobachten wir infolge der Klimaerwärmung (z.B. im Tessin), dass immergrüne Gehölze sich in gewissen Gebieten immer mehr ausbreiten. Wir sprechen von Laurophyllisation.
 
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