Pflanzengesellschaften

 
 
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Formationen

Seit uralten Zeiten hat der Mensch die Umwelt spontan nach dominierenden Erscheinungen (physiognomisch) eingeteilt. Die Bezeichnungen Wiese, Wald, Ried etc. sind uns selbstverständlich. Auf jeder Landkarte finden wir aber bereits zahllose genauere Bezeichnungen wie Buechewald, Eichwald, im Tann, auf Eich… Solche Charakterisierungen werden als Formationen bezeichnet. Pflanzengeographische Forschungen haben nun dieses Formations-System verfeinert. Wälder z.B. werden in 2 Unterklassen eingeteilt: Immergrüne oder laubwerfende Wälder, letztere wiederum in sommergrüne Wälder mit mittleren Bedingungen, sommergrüne mit Nadelholz, sommergrüne Auenwälder, regengrüne Monsunwälder, Trockenwälder etc.
 
Pflanzensoziologie
Ganz anders ist das System der Pflanzensoziologie. Dieses beruht auf der Artengarnitur. Die Grundlage einer Gesellschaft ist die Assoziation. Aber nicht nur deren Artengarnitur ist entscheidend, sondern auch deren ökologische Faktoren (Boden, Feuchtigkeit, Licht…). Diese Faktoren erlauben es, eine Assoziation genauer zu erfassen. Charakterarten (Kennarten) können die Assoziation auszeichnen, und mit Differenzialarten lassen sich Assoziationen, aber auch unterschiedliche Ausbildungen derselben, auseinanderhalten.
In Europa ist das pflanzensoziologische System das absolut vorherrschende (begründet durch den Graubündner Josias Braun-Blanquet, 1884 – 1980). Dieses System bereitet aber Schwierigkeiten zur Analyse im hohen Norden (sehr artenarm) und in den Tropenwäldern (sehr artenreich).

Vegetationskunde
Schliesslich ist zu bemerken, dass es in der Vegetationskunde andere Ansätze gab, die aber z.T. vernachlässigt wurden (z.B. die verfeinerte Wuchsformenanalyse des Schweizer Botanikers Emil Schmid, 1963).
Für die Naturschutzpraxis (siehe Delarze, Gonseth, Galland; Pro Natura, 1998) wurden glücklicherweise Formationen und Assoziationen miteinander verknüpft.

Uniformierung unserer Landschaft
In unserer Landschaft ist eine beängstigende Uniformierung eingetreten, was den Artenbestand klar vermindert. Davon sind natürlich auch die Assoziationen betroffen. Auf vielen Aeckern lassen sich die in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts registrierten Assoziationen kaum mehr auffinden. Nicht besser steht es mit den Fettwiesen, die oft nur noch aus ganz wenigen Klee- und Grasarten bestehen. Dazu kommt die Klimaerwärmung, der wir nicht ausweichen können.

Dringend wäre nicht nur das nötige Wirtschaftswachstum, sondern ebenso ein wachsendes Verständnis der Menschheit für die elementare Bedeutung unserer Oekosysteme und die Einsicht in die untrennbare Beziehung Mensch – Natur.
 


 
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