Gräser, grasses, Poaceae

Unterschätzte Gräser

Gräser werden völlig unterschätzt! Da sie keine Schaublüten besitzen, sind sie für die meisten Leute uninteressant, zudem leiden viele Menschen unter Pollenallergien: Also möglichst Hände weg von Gräsern!

Überlebenswichtig für alle
Überlegen wir uns doch einmal: Könnten wir wirklich überleben ohne Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Zuckerrohr und Reis?
Wohl kaum! Nun könnte man ja leichtfertig entgegnen: Ernähren wir uns doch von Fleisch! Aber wovon ernähren sich Rinder? Ebenfalls von Gräsern! Wiesen, Alpweiden, Steppen, Savannen, Prärien und Pampas sind die unverzichtbare Nahrungsgrundlage von Gazellen, Antilopen, Rindern, Schafen , Ziegen und damit die Grundlage der Fleischproduktion.
 

Nützliche Helfer
Gräser helfen zudem mit, Erosion zu stoppen. Sie stabilisieren Dünen und steile Hänge in den Alpen. Überbeweidung führt zur Zerstörung der Grasnarbe und damit zum Vordringen der Wüste (Sahelzone).

Aber nicht nur Nahrung und Stabilisierung bieten uns Gräser, sondern mit Hilfe der Bambusgewächse auch Baustoff für Häuser, Brücken und Alltagsgegenstände.

Windbestäuber
Als windbestäubte Pflanzen verzichten Gräser auf grosse Schauapparate; buntfarbige Kronblätter als Lockmittel für Insekten fehlen. Aber der Bau der Gras-Ährchen, die meist zusammengesetzt sind aus mehreren Grasblüten (selten nur aus einer Blüte), ist genauso variabel wie die auffälligen Blüten in anderen Pflanzenfamilien.

Welch ein Wunderwerk stellt der hohle, biegsame Halm dar, der von keinem Turm aus Menschenhand übertroffen wird!

Restionaceen auf der Südhalbkugel
Obwohl Gräser alle Klimazonen der Erde besiedeln, herrscht doch auf der Südhalbkugel – in ehemaligen Gondwanaländern wie Südafrika und Australien - eine nah verwandte, recht ähnlich gebaute Familie vor, die Restionaceen. Wo sich aber Einwanderer aus Europa angesiedelt haben, breiten sich Gräser mehr und mehr aus.